Pietro Lorenzetti, Imago Pietatis, um 1340, Tempera auf Holz, 35 x 26 cm, Lindenau-Museum, Altenburg
Arnulf Rainer, Fingermalerei Kreuz-Übermalung, 1987, Mischtechnik über Fotokarton auf Wabenkernplatte, 150,5 x 80 cm

Deine Wunden

Passionsimaginationen in christlicher Bildtradition und Bildkonzepte in der Kunst der Moderne

26. April bis 24. August 2014

 

Mit der Darstellung der Leidensgeschichte Jesu sind Wunde, körperlicher Schmerz und Verletzung in der abendländischen Kulturgeschichte bildwürdig geworden. Die interessantesten Bilder um die Passion Jesu sind darauf ausgerichtet, das Dargestellte in höchster Intensität zu vergegenwärtigen. Aus dieser Absicht ist eine eigene, komplexe Bildsprache hervorgegangen, um dem bildlichen Ausdruck Eindringlichkeit zu verleihen und den Betrachter in das Bildgeschehen hineinzuziehen. Die Wunde selbst wird so zum Bildprinzip.
In Moderne und Gegenwart ist die Darstellung von Verletzung und Schmerz mehr denn je zum Anliegen der Kunst geworden. Angesichts der Unvorstellbarkeit des Leidens im 20. und 21. Jahrhundert stoßen die künstlerischen Verfahren eines naturalistisch orientierten Realismus an ihre Grenzen, weil sie der Realität der Gräuel nicht gerecht zu werden vermögen. Auch hier wird die Wunde zum Prinzip eigenständiger Bildkonzepte, und dies schließlich sogar über den Darstellungsbereich ausgeübter und erlittener Gewalt hinaus.

 

Die Ausstellung präsentiert die Wunde als Bildkonzept christlicher Passionsvorstellungen wie auch in der Kunst von Moderne und Gegenwart (seit dem 18./19. Jahrhundert). Die Ausstellung zielt auf Begegnungen zwischen Werken der verschiedenen Epochen. Prägnante Konstellationen und Kontraste geben Gelegenheit, unterschiedlichen Facetten der Wunde als Motiv und Bildprinzip sowie Etappen, Brüchen und Übergängen in ihrer Entwicklungsgeschichte nachzugehen. Neben hochrangigen Werken mittelalterlicher Meister aus renommierten Sammlungen zeigt die Ausstellung Werke von Josef Albers, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Lovis Corinth, Lucio Fontana, Francisco de Goya, George Grosz, Anish Kapoor, Heinrich Koch, Hermann Nitsch, Arnulf Rainer, Floris van Schooten, Paul Thek, Wilhelm Trübner, Mark Wallinger und anderen.

Die Ausstellung umfasst etwa vierzig Werke der Malerei und Skulptur sowie etwa ebenso viele druckgraphische Arbeiten vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalogbuch (280 Seiten), an dem u.a. Studierende der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster und des Kunstgeschichtlichen Instituts der Universität Bochum mitgearbeitet haben.

Konzeption und Realisierung: Prof. Dr. Richard Hoppe-Sailer, Kunstgeschichtliches Institut, RUB;
Prof. Dr. Reinhard Hoeps, Arbeitsstelle für christliche Bildtheorie, Katholisch-Theologische Fakultät, Universität Münster

Leihgeber: Lindenau-Museum, Altenburg; Kunsthalle, Bielefeld; Privatsammlung, Bochum; Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig; Kunstsammlungen, Chemnitz; Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Lehmbruck-Museum, Duisburg; Sammlung Morat, Freiburg; Museum Schnütgen, Köln; Kolumba, Kunstmuseum des Erzbistums Köln; Anish Kapoor Studio, London; Anthony Reynolds Gallery, London; Museum Schloss Moyland, Bedburg- Hau; Ikonen-Museum, Recklinghausen; Staatsgalerie, Stuttgart; Museum am Dom, Trier; Museum – Kunstsammlungen, Wiesbaden

 

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