Marcellvs L.

 
Overground

Overground, 2008/2010

 

HDV transferred to Hard Disk

Einkanal-Video-Installation/Zweikanal-Soundsystem

Sound: Marcellvs L. und Djodjo (PexbaA)

13:36 Minuten, Auflage 5 + 2 ap, Exemplar 1/5

Raum-Innenmaße: ca. H 5,2 m x L 5 m x B 4 m

Waagerechte Projektionsfläche: 4 x 3 m, installiert auf einer Höhe von 2,50 m

 

 

 

 
Overground

Geb. 1980 in Belo Horizonte, Brasilien, lebt in Berlin.

Einzelausstellungen (Auswahl): 2010 Kunsthalle Wien/Project Space; 2008 Berlinische Galerie; 2007 Museu de Arte da Pampulha, Belo Horizonte

Auszeichnungen (Auswahl): 2009 Stipendium Akademie der Künste, Berlin;
2008 GASAG Kunstpreis, Berlin; 2007 ars viva 07/08 "Sound"; 2004 Großer Preis der Stadt Oberhausen/51. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

 

Von der Decke des dunklen, fast fünf Meter hohen Raumes wird ein Video auf eine Fläche projiziert, die in einer Höhe von etwa 2,50 m wie eine Zwischendecke über den Köpfen der Betrachter zu schweben scheint. Darunter stehend, schaut man hinauf in die Unterwasseraufnahme eines Schwimmbeckens, in das gleich zu Beginn eine vollständig bekleidete Person springt und mit Armen und Beinen rudernd um Halt ringt.

 

 

 

 

Die Erfahrung des Werkes erweist sich von Anfang an und in zunehmendem Maße als Zumutung. Allein der anhaltende Blick nach oben erfordert eine ungewohnte Anstrengung. Die Tatsache, dass man von unten in eine Wassermasse hinauf- und hineinschaut, deren Menge und Ausdehnung nicht zu ermessen ist, steigert das Unwohlsein. Beklemmend wirken schließlich auch die unablässig laut und hart vibrierenden, nicht näher zu identifizierenden Geräusche.

 

Diese Geräusche verändern sich, wenn im Abstand von jeweils knapp zwei Minuten eine weitere Person ins Wasser springt, wodurch das Geschehen noch dichter, bewegter und unübersichtlicher wird. Je mehr Personen sich rudernd und um Stabilität ringend im Wasser befinden, umso weniger hart und intensiv wird die Soundbegleitung. Diese basiert auf computergenerierten Tönen und verstärkt die vom Wasser ausgehende massive Druckwirkung; visuelle und akustische Reize ergänzen und steigern einander somit.

 

Das Environment Overground wurde durch die Stiftung Situation Kunst erstmals als Dauerinstallation in einem eigens für diesen Zweck errichteten Gebäude realisiert. Dies war nur möglich durch eine private Spende sowie durch die Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen mit der NRW-Bank.