LEON POLK SMITH (1906 - 1996)

 
Leon Polk Smith, Oh Happy Day, 1972
Leon Polk Smith, Constellation Black-White, 1975

RAUMFORMEN / SPACEFORMS

 

„Meine Leinwände sind so etwas wie ein Magnetfeld; und sie müssen voller Leben sein.“

 

Leon Polk Smith, 1965

 

Vom 5. Mai bis zum 4. September 2011 zeigt Situation Kunst (für Max Imdahl) im Kubus Werke des amerikanischen Künstlers Leon Polk Smith (1906 – 1996). Smith, der teils indianische Wurzeln hat, wuchs auf einer Farm im Gebiet der Chickasaw- und Choctaw- Indianer im heutigen Oklahoma auf und lebte später überwiegend in New York. Er gilt als Initiator der Hard Edge-Malerei, in der Flächen aus meist ungemischten, reinen Farben scharf konturiert aneinanderstoßen. Smiths Werke sind in den USA in vielen bedeutenden Museumssammlungen vertreten, in Europa gab es bisher jedoch erst wenige Ausstellungen. Mit insgesamt 22 Arbeiten, entstanden im Zeitraum von 1953 bis 1994, darunter Malereien, sog. Riss-Zeichnungen und Grafiken – lässt die Bochumer Ausstellung werkimmanente Entwicklungen zu einer klaren, auf Farbe und Form konzentrierten Kunst, aber auch übergreifende malereigeschichtliche Tendenzen und Bezüge anschaulich nachvollziehen.

 

Smiths künstlerisches Hauptinteresse gilt der malerischen Erforschung von Form und Raum mittels der An- und Nebeneinandersetzung streng konturierter, monochromer Farbflächen. In der Teilung der Bild- und Farbflächen durch kurvig verlaufende Konturlinien entdeckt er eine neue Möglichkeit, Raum zu erschließen – einen dynamisch wirkenden Bild-Raum, den er selbst wiederholt als „gekrümmten Raum“ bezeichnet hat.

 

Obwohl er sich Zeit seines Lebens keiner künstlerischen Strömung zugehörig fühlte und sein gesamtes künstlerisches Werk als autonom bezeichnet werden kann, lassen sich doch einige direkte oder indirekte kunsthistorische Vorläufer und Einflüsse benennen. Die Werkschau trägt dieser Tatsache Rechnung und zeigt neben seinen Arbeiten jeweils ein Werk von Hans Arp (1886-1966), Josef Albers (1888-1976) und Wladyslaw Strzeminski (1893-1952).

 

Die nun im Erdgeschoss des Kubus‘ gezeigte Ausstellung bildet den Auftakt zu der im September 2011 beginnenden großen Ausstellung Aufbruch. Malerei und realer Raum. In dieser umfangreichen Themenausstellung werden im Kubus von Situation Kunst Werke von Künstlern versammelt, die in Ihrem Œuvre auf vielfältige Weise Brücken zwischen Bildraum und realem Raum gesucht haben. Gezeigt werden u.a. Arbeiten von Yves Klein, Lucio Fontana, Frank Stella, Mary Heilmann und auch von Leon Polk Smith.

 

Zur Ausstellung Leon Polk Smith erscheint ein Katalog (48 S., 28 Abb., mit einem Beitrag von Silke von Berswordt-Wallrabe), der im Museumsshop für 9,95 Euro erhältlich ist.

 

Öffentliche Führungen

Sonntag, 7. August 2011, 16 Uhr

Sonntag, 21. August 2011, 14 Uhr

Sonntag, 4. September 2011, 16 Uhr

 

Vortrag von Dr. Claus Volkenandt: "Die Herausforderung der Kurve. Imdahl, Mondrian und Leon Polk Smith" am Sonntag, den 21. August um 15.00 Uhr im Kubus
 

Der Eintritt in die Ausstellung beträgt 2 Euro, ermäßigt 1 Euro. Die Teilnahmegebühr für die öffentlichen Führungen beträgt 3 Euro (zzgl. Eintritt). Gruppenführungen nach Vereinbarung.