Krieg und Gewalt

 

 

 
Franz Radziwill, Flugzeuge/Immer schneller fliegen, 1938

Vorahnung, Reflexion und Spur im Bild

 

11. November 2009 - 28. Februar 2010

 

Gezeigt werden Fotografien und Gemälde von Josef Albers, Robert Capa, Hermann Claassen, Peter Cürlis, Adolf Erbslöh, Karl Hofer, Alexej von Jawlensky, Peter Keetman, Constant Permeke, Richard Peter sen., Franz Radziwill, Jan J. Schoonhoven und Jaap Wagemaker.

 

Die Ausstellung knüpft an die ständige Präsentation im Seminar- und Bibliotheksraum des Erweiterungsgebäudes von Situation Kunst an. Sie konstelliert sich zu den Fotos der Werkreihe „totenstill“ von Dirk Reinartz (1947-2004), der mit seinen menschenleeren Fotos ehemaliger Konzentrations- und Vernichtungslager an die Verbrechen des Holocaust erinnert, und zu Arnulf Rainers (geb. 1929) Übermalungen aus dem Hiroshima-Zyklus, die die verheerenden Folgen des ersten Atombombenabwurfs vergegenwärtigen.

 

Die meisten Werke der Ausstellung sind in der Phase vor, während und nach dem 2. Weltkrieg entstanden, zeugen jedoch von ganz unterschiedlichem Umgang mit dem Schrecken dieser Zeit.

So dokumentieren beispielsweise die Fotografen Robert Capa (1913-1954), der als Kriegsreporter tätig war, und Hermann Claasen (1899-1989), der durch seine Trümmerfotografien des zerbombten Köln bekannt wurde, mit ihren Fotos kriegsbedingte Zerstörungen. Andere Werke der Ausstellung, wie die Gemälde von Alexej von Jawlensky (1864-1941) oder Karl Hofer (1878–1955), zeigen eher subtil Vorahnungen auf den kommenden Krieg, während Franz Radziwill (1895-1983) in einer Reaktion auf den spanischen Bürgerkrieg angreifende Flugzeuge und den personifizierten Tod dramatisch ins Bild setzt, gewissermaßen als unheilvolle Vision kommender Schrecken.

 

Die Werke verarbeiten auf ganz unterschiedliche Weise extreme Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Terror. Obwohl sie sich auf eine jeweils konkrete historische Situation beziehen, bleibt ihre Aussage von zeitloser Gültigkeit.

 

Im Zusammenhang mit der Ausstellung veranstaltet Prof. Dr. Antje Kapust (Institut für Philosophie) vom 11. bis 13. Februar 2010 eine Tagung mit dem Titel „Die Vernunft der Bilder: Gewalt und Menschenrechte“, die in Situation Kunst stattfinden wird.

 

Jeweils Sonntags um 15 Uhr zeigen wir einen die Ausstellung begleitenden Film (siehe Filmprogramm).

 

Eintritt Sonderausstellung: 2€