Positionen der modernen Fotografie

 

Emmanuel Sougez

 

10. Juni - 5. Juli 2009

 

Die dritte Ausstellung der Reihe Positionen der modernen Fotografie präsentiert Werke des Künstlers Emmanuel Sougez (1889-1972), der sich mit seiner Kamera vor allem den klassischen Themen der Malerei, v. a. Stilleben und Akten widmet und gerade dadurch die medienimmanenten Qualitäten der Fotografie reflektiert.

Emmanuel Sougez gilt als der Wortführer der nouvelle photographie in Frankreich. Er ist Mitglied in der Société francaise de photographie et de cinématographique und (Mit-)Initiator der Fotografen-Vereinigungen Le Rectangle und Le Group de XV. Nach dem Studium der Malerei und Bildhauerei an der École des Beaux Arts widmet sich Sougez der Fotografie. 1925 wird er Leiter der neu eingerichteten Fotografie-Abteilung der Zeitschrift Illustration. Zeitlebens ist Sougez‘ Werk von zwei Motivationen geprägt: Er führt einerseits Auftragsarbeiten für Magazine, fotografische Bildbände und Werbekampagnen aus und beschäftigt sich andererseits privat mit Fotografie als künstlerischem Ausdruck. 1932 nimmt er am Salon international d’Art photographique in Paris und ein Jahr später am Salon international in Chicago teil. Die Inszenierung der fotografierten Objekte in technischer Perfektion prägt sein gesamtes Schaffen.

Sougez thematisiert Licht und Technik als Medien der fotografischen Konstruktion. Zugleich ist er auf der Suche nach der „Poesie unbelebter Gegenstände“, der Schönheit im Alltäglichen.
Über Kontaktabzüge von zumeist großformatigen Glasnegativen erreicht Sougez eine faszinierende Klarheit in den Grauabstufungen seiner Fotografien. Die oft sehr lange Belichtungszeit fixiert die Objekte nachvollziehbar in einer Zeitspanne und ermöglicht es dem Fotografen beispielsweise aufsteigende Dampfwolken einzufangen (Pellkartoffeln, 1936) oder die Atmung eines Aktes an seiner Bauchdecke ablesbar zu machen (Akt ruhend, 1933).

Sougez arbeitet die Formstruktur der Motive in Nahsicht vor diffusem Hintergrund heraus, was den Werken eine eigentümlich altmeisterliche Wirkung verleiht. Frauenakte erstarren zu Objekten und werden ebenso in Szene gesetzt wie seine Stillleben, die zwischen malerisch-gegenständlicher Konkretion und formanalytischer Abstraktion changieren.

 

 

Eintritt Sonderausstellung: 2€