Dinge

 
Stilleben von Pieter van Boucle

Vom 7. Juli bis zum 15. Oktober 2007 präsentiert Situation Kunst (für Max Imdahl) in einer Sonderausstellung klassische Stillleben aus dem 17. Jahrhundert in kontrastierender Gegenüberstellung zu einigen Werken aus dem 20. Jahrhundert.

 

Nach der Präsentation von Christus-Darstellungen aus fünf Jahrhunderten widmet sich die aktuelle Sonderausstellung in Situation Kunst jenen vertrauten Dingen, die in der Malerei bis zum 17. Jahrhundert im Hintergrund blieben: leblose, meist alltägliche Gegenstände. Tote Tiere, Früchte, Blumen: detailgetreu wiedergegeben sind sie Zeugen des neuen illusionistischen Naturalismus in der Kunst des 17. Jahrhundert, szenisch ins Licht gesetzt stehen sie für ein barockes Lebensgefühl. Gleichzeitig spiegelt sich in der niederländischen Malerei eine zunehmend empirische Weltsicht und im Darstellen von luxuriösen Gegenständen wie Blumen, Südfrüchten und Kristallgläsern ein calvinistisches Wohlstandsverständnis.

 

Vor allem aber sind Stillleben stets und vorrangig symbolisch hoch aufgeladene "Memento Mori", Mahnungen an die Vergänglichkeit des "schönen Scheins" und allen Seins. Diese existentielle Lesart stellt eine Verbindung zu Werken aus der ständigen Sammlung von Situation Kunst her und ermöglicht die gemeinsame Präsentation mit zeitgenössischen Darstellungen, unter anderem von Wolfgang Bellwinkel und Arnulf Rainer.

 

Daneben, heiterer, wenngleich nicht weniger allegorisch, präsentiert Situation Kunst im Rahmen der Ausstellung den Film "Der Lauf der Dinge" des Schweizer Künstlerduos Fischli / Weiss. Hier geraten die Dinge in Bewegung, erwachen die stillen Dinge zu Leben, wird das Objekt zum Auslöser einer Kettenreaktion.

 

Werke unter anderem von Wolfgang Bellwinkel (geb. 1959), Pieter van Boucle (1610-1673), August Chabaud (1882-1955), Pieter Janssens Elinga (1623-1682), Jean Fautrier (1898-1964), Fischli / Weiss (geb. 1952 bzw. 1946), Jan Pauwel Gillemans d. J: (1651-1704), Evelyn Hofer (geb. 1922), Arnulf Rainer (geb. 1929), Hubert van Ravesteijn (1638-1691), Pieter van Schaeyenborgh (17. Jh.) und Petrus Staverenus (aktiv 1634-1654).

Eintritt: 2 € / ermäßigt 1 €