Positionen der modernen Fotografie

 

 

 

André Kertész

 

1. April – 6. Mai

 

Die erste Ausstellung im Rahmen der Reihe Positionen der modernen Fotografie präsentiert Werke des ungarischen Künstlers André Kertész (1894-1985), der mit seinen mittlerweile klassischen Arbeiten in Schwarzweiß ein einflussreicher Vertreter der künstlerischen Fotografie war.

Kertész arbeitete in Ungarn, Paris und in den USA. 1936 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus und wurde 1944 eingebürgert. Nachdem die US-Truppen Frankreich befreit hatten, versuchte er, seine Negative aus Paris in die USA zu überführen, aber wie schon nach dem Ersten Weltkrieg war ein Großteil dieser Glasnegative (siehe Foto „Broken Plate“ der Ausstellung) zerstört und Abzüge verloren. In den USA fotografierte er vorwiegend für Lifestylemagazine wie Vogue oder Harper's Bazaar. Kertész blieb bis kurz vor seinem Tod künstlerisch tätig.

Die Spanne der Sujets der 34 ausgestellten Fotografien umfasst v.a. Straßenszenen, Parklandschaften, Stillleben und Porträts aus den Jahren zwischen 1917 und 1978.

Es sind Momentaufnahmen von Alltäglichem, die von einer grundlegenden Unvoreingenommenheit Kertészs gegenüber seinem Bildgegenstand gekennzeichnet sind. Ihm geht es weniger um die Akzentuierung einer eigenen Sichtweise, sondern um das Sehen der den Gegenständen immanenten Qualitäten. So vermeidet es Kertész, den Dingen mystifizierende Eigenschaften zuzuschreiben, wenn diese per sé nicht vorhanden sind. In Paris, wo er zwischen 1925 und 1936 als freiberuflicher Fotograf tätig ist, interessieren ihn zum Beispiel Schaufensterpuppen oder Jahrmarktszenen, denen nicht nur in der fotografischen, sondern auch in der realen Wirklichkeit etwas Surreales anhaftet.

Die Ausstellung nähert sich seinem, für die Moderne wegweisenden Blick an, indem Motivgruppen gewählt wurden, die als charakteristisch für sein Werk gelten und die in allen Schaffensphasen zu finden sind. Der Blick von oben, die besondere Ausschnitthaftigkeit und die Vorliebe für Spiegelungen und Schatten sind einige von Kertészs besonderen Stilmerkmalen, die eindrucksvoll die einzigartige Beobachtungsgabe des Künstlers aufzeigen.

 

Eintritt Sonderausstellung: 2€